Wer hat die Idee des Zugverkehrsleiters denn aus dem Dornröschenschlaf geweckt? Die Frage ist nicht nur wer, sondern auch was. Das Leben führt manchmal auf verschlungenen Pfaden, wie zum Beispiel an diesem grauen Samstag im März 2021. Als Familie machten wir einen Ausflug ins Verkehrshaus, nichts deutete darauf hin, dass an diesem Tag die Weichen meiner beruflichen Zukunft neu gestellt werden. Das Verkehrshaus ist immer wieder neu spannend, aber lebensverändernd war es bis jetzt noch nie. Wegen des schlechten Wetters hielten wir uns vor allem drinnen auf, natürlich blieben wir bei den Eisenbahnen hängen, nicht nur wegen mir muss ich hier noch anfügen. Kommt! rief plötzlich Svea, hier hat es ein Spiel das wir zusammen machen können. Es war ein kleiner Simulator für den Zugsverkehr, Weichen und Signale mussten gestellt und alles mit möglichst wenig Verspätung abgewickelt werden. Das ist aber eher neu, dachte ich. Daneben hing ein grosses Plakat „Zugverkehrsleiter bei der SBB, wir suchen Dich!“ Und dann sagte meine Liebste einen folgenschweren Satz:“Das wolltest du doch mal werden!“ In diesem Augenblick legte sich in meinem Kopf ein Schalter um, der zehn Jahre auf seine Betätigung gewartet hatte. Der Zug setzte sich in Bewegung, langsam, mit ungewissem Ausgang aber unaufhaltsam.
Dazu kommt mir ein Zitat aus Christopher Nolans Inception in den Sinn, das diesen Augenblick im Verkehrshaus passend beschreibt: Welches ist der widerstandsfähigste Parasit? Ein Bakterium, ein Virus, ein Darmwurm? Ein Gedanke! Resistent, hochansteckend. Wenn ein Gedanke einen Verstand erstmal infiziert hat, ist es fast unmöglich, ihn zu entfernen. Ein Gedanke der vollkommen ausgeformt vollkommen verstanden ist, der bleibt haften, irgendwo da oben drin.