„In wenigen Minuten erreichen wir Hannover Hauptbahnhof, mit einer Verspätung von 30 Minuten, wir entschuldigen uns für die Verzögerung und bedanken uns für ihre Reise mit der Deutschen Bahn…“
So klang es bei meinem ersten DB Abenteuer, die genaue Verspätung weiss ich nicht mehr, aber 30 Minuten waren es bestimmt. Neben den vielen Verspätungen haben sich viele Abenteuer angesammelt, die nun zu diesem Gastbeitrag geführt haben. Der Text ist aber keinesfalls als Kritik zu verstehen, ich geniesse die Zeit mit der DB sehr, die Züge sind meist sauber und bequem. Vielleicht gerade deswegen sorgt sie sich um mich, dass ich noch etwas länger im ICE sitzen bleiben kann. Hier nun drei anekdotische Geschichten aus meiner langjährigen Beziehung mit der Deutschen Bahn.
Romantische Nacht?
Vor meiner ersten Fahrt mit dem Nachtzug hatte ich eine sehr romantische Vorstellung, wie es halt so ist beim ersten Mal. Eine schöne Mitternachtsdusche während ich mit 200 km/h durch die Landschaft rase und die Lichter an mir vorbeiziehen. Dafür hätte ich von Wien nach Hannover laufendes Wasser gebraucht und einen fahrenden Zug. Vor dem Morgenessen bin ich in Kassel auf einen Anschlusszug umgestiegen und fuhr im Veloabteil auf meinem Koffer weiter. Romantik sieht anders aus. Schade eigentlich…
Die Dreiecksbeziehung
Man fährt ja bekanntlich nicht alleine Zug und so war ich dazu gezwungen meine Liebe, die DB zu teilen. Mit Leuten die Käsescheiben und Shrimps roh essen, die sich in einem leeren Zug genau auf mein reservierten Platz setzen oder ganz nebenbei die Zugtoilette in Brand stecken. Ja ich weiss auch nicht wie… Doch es hatte genauso nette Menschen, die sich an meinem Dialekt erfreuten,mein schweres Gepäck auf die Ablage packten oder mir bestätigten das ich im richtigen Teil war (zweigeteilte Züge sind gefährlicher als man denkt). Denn irgendwie sind wir ja auch alle einfach froh wenn der Zug fährt. Ausser der Typ, der die Toilette angezündet hat offensichtlich nicht.
Lieblingstädte
Meine Lieblingstädte sind euch sicherlich bekannt, doch wusstet dir, dass mein ICE auch eine Lieblingsstadt hat? Freiburg im Breisgau heisst sie, er liebt sie so sehr, dass er immer mal wieder einfach dort stehen bleibt und nicht mehr weiter fahren will. Er hatte Freiburg aber auch einmal mit Karlsruhe betrogen, das war der Tag meiner legendären Dreiländerreise während Corona. Ja ihr habt richtig gelesen, ich bin während der Hochphase von Covid-19 an einem Tag durch drei Länder gefahren. Wieso? Weil ich beim Raussuchen einer alternativen Verbindung nicht gemerkt habe, dass Straßburg ja in Frankreich und nicht in Deutschland liegt. Ohne Formulare und Zertifikate habe ich drei Landesgrenzen überquert. Irgendwie hab ich den Wechsel nicht mitbekommen. Aber ich war ja auch mit Zugfahren beschäftigt.
Das sind nur drei kleine Anekdoten aus meiner DB Zeit und ihnen werden sicherlich noch viele folgen. Trotz allem bin ich der Deutschen Bahn sehr dankbar. Schliesslich führ ich dank ihr nun schon seit sechs Jahre erfolgreich eine Fernbeziehung. Sie mag zwar nicht immer Pünktlich sein, doch sie hat mich noch immer an mein Ziel gebrachtund was sind da schon ein paar Minuten ausser die Abenteuer die es zu erzählen gibt?