Prellbock Teil 6:

Dinge aus meinem alten Beruf die ich fast so etwas wie nie wieder tun werde Teil 6:

An Teamsitzungen über den Namen des Feierabendapéros diskutieren / SchülerInnen während einer schlechten Theatervorstellung versuchen ruhig zu halten / der Versuchung widerstehen, schon in der 10i Pause Berliner Luft zu trinken / Papierstaus im Kopierer fünf Minuten vor Unterrichtsbeginn entfernen / Während Weiterbildungen zum Thema „praxisnahe Reflexion im Lichte mulitdiszplinären Unterrichts“ nicht vom Stuhl fallen / Pausenaufsicht / Arbeiten ausdenken für SchülerInnen die im Werken nach 4 Lektionen statt 4 Wochen fertig sind / mit unmotivierten Teenies Altpapier sammeln / wandern / runde Tische / runde Tische ohne Apéro / Berichte schreiben / Berichte schreiben ohne Apéro

Aber auch: Nie mehr von weinenden Teenies am letzten Schultag geknuddelt (mit angemessener Distanz natürlich) werden

Geschafft!

Am Dienstag 23.5. um 12:21 war es amtlich: Ich bin offiziell Fahrdienstleiter bei den SBB! Danke an alle die mitgefiebert, Daumen gedrückt und gehofft haben! In solchen Momenten fällt es mir schwer, mein Innenleben in Worte zu fassen. Darum lasse ich am besten jemand anderen für mich sprechen, meine Lieblingssängerin Laura Brehm. Play drücken, geniessen und mitlesen.

Laura Brehm: Don’t wait

There you are again in your car
Going faster trying to figure out
The mess in your heart lately
You wonder where you are
Where you’re going it’s too far
You’ve lost yourself and you’re so lonely

Once again you’re picking the pieces up that someone else left
Once again you feel you can’t move until you’ve made sense of it
And deep down you know that you’d be alright if you just let go
Time to let the wind carry you where it’s calling you to go

Now the lights in your heart is radiating
With this love the empty road is all inviting
You will follow it now without questioning at all
You don’t have to wait

Seems there is nothing to say
Wild thoughts are clouding your head
But you can hold onto your day dreams

And you make them appear out of thin air, can you explain that?
There is so much more than the surface that we will get caught up in
And deep down you know you can do your best, you just need to live
And the story has not come to an end, it now begins

Now the lights in your heart is radiating
With this love the empty road is all inviting
You will follow it now without questioning at all
You don’t have to wait

Don’t let life be waiting at a standstill
You cannot afford to let the dark control you
Don’t let hope fade faster than you mean to
There is always a way to a place you haven’t seen yet

And you made it appear out of thin air, can you explain that?
Funny, you feel you can move on without making sense of it

Now the lights in your heart is radiating
With this love the empty road is all inviting
You will follow it now without questioning at all
You don’t have to wait

You don’t have to wait

(by musixmatch)

Fahrtenbuch Teil 13:

Dieses Meme aus South Park bringt meine momentane Stimmungslage sehr treffend auf den Punkt. Die letzten zwei Monate der Ausbildung hatten es echt in sich, es blieb kaum Zeit zum Verschnaufen. Simulatorrunde folgte auf Simulatorrunde, wöhrend der Repetitionswoche haben wir die wichtigsten Themen nochmals im Schnellzug durchgenommen. Mein älteres Hirni benötigte dazu ein wenig mehr Zeit als bei anderen und so wurden die Tage lange und intensiv. Nach der Standortbestimmung folgte ein Monat später die Theorieprüfung. Stolz verkündete mein Quizlet „Sie haben eine 3-Wöchige Lernserie erreicht“. Am Tag vor der Prüfung verzeichnete mein Quizlet zum Normalbetrieb 25 Zugriffe. Es hat mich natürlich gefreut, dass meine Kollegen*innen die selbst erstellten Quizlets auch benutzen, lieber spät als nie.

Am Abend der bestandenen Theorieprüfung kam bereits das Mail für die Rolleninstruktion im Sektor Mittelland. Nach hoffentlich bestandener praktischen Prüfung werde ich an den drei Arbeitsplätzen Weissenstein, Gäu und Önz instruiert. Während dieser vier-wöchigen Instruktionsphase muss ich mir möglichst viele Eigenheiten dieser Abschnitte einprägen, die ich noch nicht weiss. Natürlich gibt es auch darüber wieder einen Test, genannt „Zielcheck“. Aber ich lasse mich nicht mehr von solchen Phrasen täuschen. Die Standortbestimmung hat sich eher wie eine Prüfung angefühlt, ich falle nicht nochmal drauf herein. Wenn ich diese Hürde auch gemeistert habe gilt es anschliessend ernst, ich werde alleine arbeiten. Natürlich mit Unterstützung von rechts und links, hoffe ich zumindest. Wenn ich daran denke wird mir jetzt schon schwindelig. Vielleicht sollte ich wirklich ernsthaft in Betracht ziehen, mit meditieren zu beginnen.

Trotz allem macht es mir immer noch Spass und besonders gegen das Ende zu heisst es Augen zu und durch. Am Bahnhof in Bern habe ich dazu einen passenden Spruch gefunden: The only easy day was yesterday.

Gastbeitrag von Anouk: Die Deutsche Bahn, meine Liebe

„In wenigen Minuten erreichen wir Hannover Hauptbahnhof, mit einer Verspätung von 30 Minuten, wir entschuldigen uns für die Verzögerung und bedanken uns für ihre Reise mit der Deutschen Bahn…“

So klang es bei meinem ersten DB Abenteuer, die genaue Verspätung weiss ich nicht mehr, aber 30 Minuten waren es bestimmt. Neben den vielen Verspätungen haben sich viele Abenteuer angesammelt, die nun zu diesem Gastbeitrag geführt haben. Der Text ist aber keinesfalls als Kritik zu verstehen, ich geniesse die Zeit mit der DB sehr, die Züge sind meist sauber und bequem. Vielleicht gerade deswegen sorgt sie sich um mich, dass ich noch etwas länger im ICE sitzen bleiben kann. Hier nun drei anekdotische Geschichten aus meiner langjährigen Beziehung mit der Deutschen Bahn.

Romantische Nacht?

Vor meiner ersten Fahrt mit dem Nachtzug hatte ich eine sehr romantische Vorstellung, wie es halt so ist beim ersten Mal. Eine schöne Mitternachtsdusche während ich mit 200 km/h durch die Landschaft rase und die Lichter an mir vorbeiziehen. Dafür hätte ich von Wien nach Hannover laufendes Wasser gebraucht und einen fahrenden Zug. Vor dem Morgenessen bin ich in Kassel auf einen Anschlusszug umgestiegen und fuhr im Veloabteil auf meinem Koffer weiter. Romantik sieht anders aus. Schade eigentlich…

Die Dreiecksbeziehung

Man fährt ja bekanntlich nicht alleine Zug und so war ich dazu gezwungen meine Liebe, die DB zu teilen. Mit Leuten die Käsescheiben und Shrimps roh essen, die sich in einem leeren Zug genau auf mein reservierten Platz setzen oder ganz nebenbei die Zugtoilette in Brand stecken. Ja ich weiss auch nicht wie… Doch es hatte genauso nette Menschen, die sich an meinem Dialekt erfreuten,mein schweres Gepäck auf die Ablage packten oder mir bestätigten das ich im richtigen Teil war (zweigeteilte Züge sind gefährlicher als man denkt). Denn irgendwie sind wir ja auch alle einfach froh wenn der Zug fährt. Ausser der Typ, der die Toilette angezündet hat offensichtlich nicht.

Lieblingstädte

Meine Lieblingstädte sind euch sicherlich bekannt, doch wusstet dir, dass mein ICE auch eine Lieblingsstadt hat? Freiburg im Breisgau heisst sie, er liebt sie so sehr, dass er immer mal wieder einfach dort stehen bleibt und nicht mehr weiter fahren will. Er hatte Freiburg aber auch einmal mit Karlsruhe betrogen, das war der Tag meiner legendären Dreiländerreise während Corona. Ja ihr habt richtig gelesen, ich bin während der Hochphase von Covid-19 an einem Tag durch drei Länder gefahren. Wieso? Weil ich beim Raussuchen einer alternativen Verbindung nicht gemerkt habe, dass Straßburg ja in Frankreich und nicht in Deutschland liegt. Ohne Formulare und Zertifikate habe ich drei Landesgrenzen überquert. Irgendwie hab ich den Wechsel nicht mitbekommen. Aber ich war ja auch mit Zugfahren beschäftigt.

Das sind nur drei kleine Anekdoten aus meiner DB Zeit und ihnen werden sicherlich noch viele folgen. Trotz allem bin ich der Deutschen Bahn sehr dankbar. Schliesslich führ ich dank ihr  nun schon seit sechs Jahre erfolgreich eine Fernbeziehung. Sie mag zwar nicht immer Pünktlich sein, doch sie hat mich noch immer an mein Ziel gebrachtund was sind da schon ein paar Minuten ausser die Abenteuer die es zu erzählen gibt?

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