Sommer-Special Teil 6: Einige Highlights

Auch bei den vierten Ferien in den Niederlanden gab es wieder Neues zu entdecken und zu staunen. Da sich unser Besuch langsam dem Ende zuneigt, hier einige Highlights der letzten zwei Wochen:

Fahrrad fahren

Also nicht das Fahrradfahren an sich, sondern speziell in diesem ultimativem Veloland. Eigene Velowege, nicht nur aufgemalte gelbe Streifen. Sogar rund um den Kreisverkehr, sicherer geht es fast nicht. Es gibt eine eigene App fuer Velowege, mit Informationen ueber Werkstaetten und Verpflegungsmoeglichkeiten. Erstere musste Cathy in Anspruch nehmen. Innert einer Stunde war ihr Reifen geflickt und sie bereit fuer die Weiterfahrt. Noch mehr Argumente gefaellig:

Eine mehrstoeckige, unterirdische und kostenlose Veloparkanlage beim Bahnhof Utrecht Centraal

Ebenfalls in Utrecht gesichtet

Velostrasse, Autos sind hier nur zu Gast!

Nationaal Militair Museum

Unsere Tauschfamilie gab uns als Ausflugstipp in der Region das nationale Militaermuseum mit. Okay.. A must see! Da es nur 30 Velominuten von unserem temporaeren Haus entfernt war, warum nicht? Und ehrlich, wir waren alle sehr beeindruckt. Ich denke, dass die Niederlaender auch einen anderen Bezug zu ihren Streitkraeften haben als wir, das Museum konnte sich auf jeden Fall sehen lassen. Ich vermute, dass sie auch ein anderes Budget zur Verfuegung haben als das Fliegermuseum Duebendorf. Natuerlich kamen auch die Aviatikfans in unserer Familie nicht zu kurz. Zum schmunzeln regte uns ein ausgestellter F5-Tiger an, hier als Antiquitaet verkauft, bei uns immer noch in der Luft. Zum Abschluss konnten wir noch eine Runde in einem alten Militaertransporter mitfahren, und fast haetten wir im Shop ein Tarnzelt gekauft. Svea hat uns wohlweislich davon abgehalten.

Maasvlakte 2, der groesste Hafen Europas

Noel hat dank seiner Top Berufsschule verschiedenste Einblicke in die Welt der Logistik. Waere es moeglich, den neuen Hafen vor Rotterdam zu besuchen? Hausherr Bram suchte uns die Informationen heraus. Wir seien die ersten in 15 Jahren Haustausch, die das machen wollen. Sobald er von Noels Berufslehre erfuhr, war es ihm klar warum. Bis dahin war es aber eine ziemliche Reise, zuerst mit dem Zug zwei Stunden bis Rotterdam, dann mit der Metro bis an den Strand und zum Schluss noch die Faehre. Unterwegs zum Hafen trafen wir sogar Seehunde an, der Kapitaen machte extra eine Schlaufe, damit wir sie vom Nahen sehen konnten. Seit den Bauarbeiten am neuen Hafen sind sie hier heimisch geworden, vor allem der flach abfallende Strand sagt ihnen sehr zu. Sie scheinen sich an den Ozeanriesen nicht zu stoeren. Die Hafentour war sehr eindruecklich, auch wenn die vor allem die gruenen Firmen, zum Beispiel eine die Fundamente fuer Windraeder herstellt, betont wurden. Der erste vegane Hafen Europas, witzelten wir. Trotz allem, fuer uns Landratten ein einmaliges Erlebnis. So ein voll automatisiertes Containerterminal ist schon sehr imposant. Und hey: Seehunde!

Die Schwester des weltbekannten Schiffes

City Life

Wie schon in den vorherigen Berichten beschrieben, die Staedte in den Niederlanden haben es uns angetan. Vor allem gibt es auch ausserhalb von Amsterdam (das mittlerweile wirklich ueberlaufen ist) spannende Orte zu entdecken. Jede Stadt hat ihren eigenen Charakter und die Mischung von Moderne und Tradition ist sehr interessant. Natuerlich kamen auch unsere Shoppingqueens auf ihre Kosten, dank dem momentanen Eurokurs muessen wir nach unserer Rueckkehr nicht gerade Konkurs anmelden. Manchmal sind wir auch ohne Ziel durch die Strassen geschlendert oder mit dem Tram gefahren und haben dabei so manches lustige Detail entdeckt, zum Beispiel ein Cafe, in dem zwei echte Katzen auf der Theke chillten.

Sommer Special Teil 5: Unterwegs mit dem OV in Holland

Nun ist eine Woche um, Zeit eine Zwischenbilanz zu ziehen, wie wir ohne Auto in den Ferien zurechtkommen. Insgesamt kann ich sagen, erstaunlich gut. Klar gibt es Momente, wo ein Auto um einiges praktischer waere, zum Beispiel beim Einkaufen. Aber unsere Kinder sind auch groesser geworden, wir haben keinen Kinderwagen zum schieben und alle tragen ihre Rucksaecke selber. In einem Land wie Holland ist es auch problemlos machbar wuerde ich sagen. Die Verbindungen sind meist gut, nur die Anschluesse sind nicht immer so smooth wie bei uns. Manchmal stehen wir 15 Minuten auf dem Perron oder rennen durch den Bahnhof. In grossen Staedten wie Rotterdam oder Den Haag waere es ein Irsinn, mit dem Auto unterwegs zu sein. Metro, Tram oder Bus sind immer in Reichweite. Die Innenstadte sind zudem meist radikal autofrei, vor allem Den Haag hat uns sehr beeindruckt. Sogar das Tram wurde in einen Tunnel verbannt. Dafuer haben die Bewohner die grossen Plaetze in Beschlag genommen und geniessen das schoene Wetter in Cafes oder im Park. So sieht eine Stadt aus, wenn sie fuer Menschen gebaut wird statt fuer Autos, bemerkte Noel. Recht hat er. Wir haben mittlerweile 793 km mit OV zurueckgelegt, dabei sammelten wir 115 Verspaetungsminuten. Das ist mehr als akzeptabel. Alle Fahrten haben mich bis jetzt 130 Franken gekostet. Top ist das Gruppenticket, mit dem nach den Stosszeiten fuer 10 Euro pro Weg (egal wohin) gefahren werden kann.

Was ist nun meine (subjektive) Einschaetzung zum OV in den Niederlanden? Ich versuche es, in verschiedenen Punkten zu erlaeutern.

Infrastruktur: Durchgehende positiv. In den letzten Jahren wurde offensichtlich viel investiert. Die grossen Bahnhoefe sind moderne Palaeste, gut zugaenglich, uebersichtlich und sehr grosszuegig angelegt. Die Wege sind kurz und top beschildert. Auch kleine Bahnhoefe haben hohe Perrons und natuerlich Veloparkplaetze.

Vom Perron kann in Den Haag eine Etage hoeher direkt ins Tram umgestiegen werden, das nachher im Tramtunnel durch die city verschwindet.

Rollmaterial: Tag und Nacht wuerde ich sagen. Die Regioverbindungen sind top, Niederflur, geraeumig und viel Platz. Im Fernverkehr hingegen verkehren Zuege aus den Achtzigern mit entsprechend wenig Komfort. Mit Kinderwagen oder Rollstuhl hast du verloren. Ab diesem Jahr verkehren endlich neue Intercity Zuege, die sind auch dringend noetig. Mit Thalys, ICE oder Eurostar ist die Niederlande mit modernen Highspeed Trains verbunden.

Ein „Koploper“ Intercity, in den Achtzigern der Shit.

Ein moderner Regio in unserem Heimatbahnhof Soest

Nahverkehr: Absolut Top, mit der OV-Chipkaart koennen alle Verkehrsmittel benutzt werden, es wird immer der guenstigste Preis berechnet. Das Rollmaterial ist meist auf dem neusten Stand und wir haben uns dank der Apps der Verkehrsbetriebe immer zurechtgefunden. Meine neue Lieblingstramlinie: Der Strandexpress! Ohne halt von Centraal zum Strand.

Der Tramtunnel in Den Haag

Metro in Rotterdam, die auch an den Strand oder nach Den Haag faehrt.

Service: Erstaunlich viele Zuege, auch Regios haben einen Zugbegleiter. Ich hoffe fest, dass sie nicht denselben Fehler machen wie wir und beim Personal sparen. Auch die App der Staatsbahn ist gut, ausser das die Kreditkarte nicht permanent mit der App verknuepft werden kann ist relativ nervig. Insgesamt stelle ich dem OV eine gute bis sehr gute Note aus. Das Autofahren fehlt uns bis jetzt gar nicht. Vielleicht aendert sich unsere Meinung, wenn wir Kiloweise Hagelslag und Stroopwafeln nach Hause schleppen muessen.

Sommer – Special Teil 4: Kampf der Moeven (von Svea)

18.Juli.2023, an dem Tag haben wir beschlossen an den Strand zu gehen. Das Wetter passte also freuten wir uns auf den tollen Strandtag. Wir gingen an einen Strand ihn Den Haag. Als wir am Strand ankamen waren alle happy. Wir gingen also sofort ins Wasser , Mami natuerlich ausgenommen (: Die Wellen waren sehr hoch und es war wirklich toll. Doch nach so viel schwimmen hatten wir auch etwas Hunger. Also sind ich (Svea), Noel und Papi Essen holen gegangen. Ich glaube ihr koennt es euch schon denken, nateurlich habe ich mir Pommes ausgesucht. Happy sind wir mit unserem Essen zum Strand gelaufen.

Wir laufen und die ersten Moeven treiben ueber uns. Und es werden immer mehr, langsam verging auch mein Lachen und ich merkte, dass ich mein Essen verteidigen muss.Es geht ja um meine Pommes! Wer mich nicht so gut kennt, weiss vielleicht nicht, dass ich sehr gerne Pommes habe. Teilen ist ja nicht schlimm, wenn man fragt und ich glaube euch allen ist bewusst, dass Moeven nicht gerade gespraechsfreudig sind. Ihnen geht es mehr ums stehlen. Als dann die Erste richtig nahe kam waren wir etwas baff. Ich weis nicht mehr wer aber jemand von uns sagte „frech“, ja das war es in der Tat. Schnell kammen immer mehr dazu, ich weiss nicht mehr wieviele. Ich blieb stehen weil es so viele waren. Eine schnappte nach Papi’s Calamares. Die Moeve hat eines heraus gepickt, so richtig schnell das Papi voller Schock es fallen liess, alle anderen stuerzten sich drauf. Noel rannte schnell weg zu seinem Badetuch. Ich und Papi hingegen waren noch etwas umkreist fanden aber auch zum Platz. Am Ende konnte ich meine Pommes doch noch geniessen, ich versteckte mich unter meinem Badetuch. Nun musste ich (leider) mit Nuki teilen. Es gab keine Verletzten. Dafuer habe ich jetzt Angst vor Moeven, weil sie wirklich frech sein koennen, skandaloes.

Sommer-Special Teil 3: Soest einfach

Vollbepackt ging unsere Reise weiter in Richtung unseres Ziels: Soest in der Naehe von Utrecht. Zuerst schien alles ruhig und puenktlich zu sein, der Intercity holte sogar seine Verspaetung wieder auf. Leider gab es auf einem Bahnhof einen Polizeieinsatz und diese 25 Minuten Verspaetung waren zuviel des Guten. In Bruxelles Midi sahen wir unseren Thalys gerade noch ausfahren. Der sehr nette Herr der SNCB stellte uns am Schalter eine Verspaetungsmeldung aus, mit doppeltem Stempel und Unterschrift. Damit konnten wir einfach in den naechsten Thalys nach Rotterdam einsteigen. Es gibt schlimmere Orte als Belgien, um die Zeit totzuschlagen. Der Waffelstand und die erste Chocomel des Sommers trugen erheblich zur Stimmungsauflockerung bei.

Der Rest der Reise verlief ohne Zwischenfaelle, ausser in Utrecht wurde es schnell hektisch bis wir alle unsere OV-Chipkarte in den Fingern hatten. Es haette uns auch vorher in den Sinn kommen koennen, das wir zuerst durch die Schranke, eine Karte kaufen und wieder rein gehen muessen. Man lernt nie aus. Schlussendlich kamen wir muede und zufrieden am Kerkpad in Soest an. Das Haus ist sehr hell und einladend, ausser den halsbrecherischen Treppen (wieviele Unfaelle gibt es in den Niederlanden wohl im Jahr aufgrund der engen Treppenabsaetze?) fuehlten wir uns schnell zu Hause. Hausherr Bram hatte sogar extra ein Znacht fuer uns vorbereitet, das ist Service.

Ich bin gespannt, wie unsere ersten Ferien ohne Auto, nur mit Fahrrad und OV sein werden. Zum Glueck ist diese Familie fuer einmal sehr gut mit Fahrraedern ausgeruestet, wir mussten nur fuer Svea noch eines mieten, weil die richtige Groesse nicht vorhanden war. Bekanntlich sind die Niederlaenderinnen tendenziell eher grossgewachsen, was sich einmal mehr bestaetigte. So werden wir neben Zug auch Fahrrad fahren, was Ferien so mit einem machen, kaum zu glauben.

Ein bisschen Klischee muss auch sein

Das Highlight des Hauses: Mit dem vollbeladenen Cargobike nach den Einkaeufen direkt in die Kueche fahren. Macht me viu zweni! Cathy moechte jetzt unbedingt so ein Cargo Bike, auch wenn wir zu Hause nicht in die Kueche fahren koennen.

(Fotos des Sommer Specials von Cathy, Noel und Svea)

Sommerspecial Teil 2: Wandern mit den Woelfen von Echternach

Zwei Dinge moegen euch nach diesem Titel seltsam vorkommen: Woelfe in Luxembourg? Familie Wendel wandert? Woelfe haben wir keine gesehen, aber ja, wir sind tatsaechlich gewandert. Zuerst ging es mit dem Ueberlandbus (der auch kostenlos ist) nach Echternach, wo unsere Route durch das Muellertal und die Wolfsschlucht ihren Anfang nahm. Nach den ersten Hoehenmetern war erst einmal Pause angesagt und das versprochene Picknick vernichtet. Danach ging es durch teils spektakulaere Landschaften, die sogar den Wandermuffeln in unserer Familie (ich eingeschlossen) die schweren Fuesse vergessen liessen. Der „Nachteil“ war, dass es viel zu entdecken gab. Cathy und ich fuehlten uns in die Zeit zurueck versetzt, als ein Spaziergang mit Kinderwagen ins Dorf und zurueck auch gut mal zwei Stunden dauerte. Heutzutage muss natuerlich auch noch der passende Insta-Spot gefunden werden und die Beleuchtung stimmen. Dementsprechend kuerzten wir aus Zeitgruenden die Route in der Haelfte ab. Das war nur moeglich, weil auch in einem kleinen Ort in der Pampa von Luxembourg gilt: De Bus halt!

Sommer-Special Teil 1: Luxembourg

Ihr habt vielleicht schon Wellen in Hawaii geritten, Berge in den Anden bezwungen oder Sushi in Tokio gegessen, aber wart ihr schon einmal in Luxembourg? Tja, eben. Anouk und Noel haben uns auf die Idee gebracht, die schon einmal fuer ein Wochenende dort waren. Da unsere Haustauscher in den Niederlanden erst am Montag ausfliegen, haben wir einen Zwischenstopp in der Wiege der Luxemburgerli eingelegt. Davon moechte ich euch im ersten Sommer-Special berichten. Somit wird die Tradition des Ferienblogs (www.spirgi.com/wendel) auf Weichenherz, wenn auch in kuerzerer Form weitergefuehrt. Natuerlich werde ich auch das eine oder andere Wort ueber den OV in fernen Landen verlieren.

Mit dem TGV von Meroux (direkter Zubringer ab Biel) sind wir mit tolerierbaren elf Minuten Verspaetung angekommen. Mit dem Bus ging es bergauf und bergab zu unserem Hotel. Die Stadt hat sich quasi links und rechts von einem grossen Tal festgesetzt. Ein Gaudi ist die Letzeburgische Sprache, noch witziger als Niederlaendisch. Manchmal ist es 1:1 Schweizerdeutsch und dann versteht man wieder gar nichts mehr. In Laeden und Restaurants muss jeweils herausgefunden werden, mit welcher Sprache am besten parliert wird, das kann je nachdem eine Weile dauern.

Die Stadt selber ist sehr schoen, sehr modern und ein Paradies fuer Schopping Queens. Es gibt nicht unbedingt eine schmucke Altstadt, aber viele Prachtbauten und Boulevards. Alles ist nah beieinander oder praktisch mit Bus und Tram erreichbar. Letztere sind in Luxembourg komplett gratis! Das ist eimal eine Ansage! Vor allem ist auch das Angebot und die Verbindungen wirklich gut. Neue Elektrobusse kurven durch das Tal und die Tramlinie ist wirklich spitze. Auf den Hauptverkehrsachsen wurden Autospuren den Schienen geopfert, somit muss das Tram nicht mit dem Verkehr im Stau stehen, was sehr radikal und gleichzeitig genial ist. Es gibt noch keine offiziellen Zahlen, ob der Gratis-OV wirklich mehr Leute weg vom Auto bringt, uns hat es auf jeden Fall ueberzeugt. Natuerlich ist auch in Luxembourg das Fahrrad sehr beliebt. Der spektakulaerste Fahrradweg befindet sich unter! der Pont Adolphe. Das ist mal innerstaedtische Raumplanung.

Luxembourg: Auch hier is real!

Fahrbereitschaft: Letzter Teil

Da steht sie nun vor mir, die Betriebszentrale-Mitte. Mit mehr als wackligen Beinen mache ich mich auf die letzten Meter, meine Gedanken fahren gerade Achterbahn und für einen kurzen Moment wäre ich sogar wieder umgekehrt. „Ah Dave, dein erster Tag alleine oder? Also in Oensingen hat es…“ So werde ich zur normalen Dienstübergabe begrüsst. Mit zittrigen Händen nehme ich Platz. Beim Anmelden gebe ich mein Passwort 3x falsch ein, so nervös bin ich. „Das kommt schon gut!“ ruft mir Reto, Assistent DBV zu. „Wenn etwas ist, einfach sagen, ich bin da.“ Puh zum Glück ist er da, der Papi vom Mittelland, nichts kann ihn aus der Ruhe bringen.

Was machst du da??- versucht mein Verstand noch einzuwenden. Aber zu spät. So sitze ich nun vor dem GSMR (der graue Telefonkasten) und harre der Dinge, die da kommen werden. Unzählige Male habe ich das schon gemacht, aber nun gilt es ernst. Jeden Zug und jedes Zielgleis schaue ich 3x an, passt es wirklich? Ist er nicht zu lang? Sind die Gleise in den Überholbahnhöfen frei? Zu Beginn ist es gleich recht hektisch, aber Reto nimmt mir das eine oder andere ab, mit der Zeit überträgt sich seine Ruhe auch auf meine Nerven und ich werde ein wenig entspannter. „Du könntest noch 100 Instruktionen haben, irgendwann musst du anfangen“, sagte mir die vordere Woche ein erfahrener FDL. „Weisst du Papi, wenn sie denken du könntest das nicht, würden sie dich sicher nicht alleine arbeiten lassen“, hat mich Noël am Abend vorher aufgemuntert. Recht haben sie beide. Ich muss es nur noch selber anfangen zu glauben. Der weitere Nachmittag bleibt recht ruhig und ausser zwei verspäteten Güterzügen und einer falsch gestellten Rangierfahrstrasse (die vom Rangierleiter zum Glück rechtzeitig bemerkt wird) gehen die Stunden relativ ereignislos über die Bühne.

Fixfertig aber auch ein wenig zufrieden mache ich mich nach 8.5 Stunden voller Konzentration auf den Heimweg. An diesem Abend war ich nach Svea der Nächste, der eingeschlafen ist.