Fahrbereitschaft Teil 1

Wie bist du den auf diesen Beruf gekommen? Diese Frage wurde mir oft gestellt und ist ja auch noch verständlich, liegen diese zwei Jobs doch nicht gerade nah beieinander. Es war auch keine impulsive Entscheidung, sondern der Entscheid hat eine Vorgeschichte und ich kann wirklich sagen ich habe ihn nicht leichtfertig oder aus einer Laune heraus gefällt. Hier möchte ich euch erzählen, wie es dazu kam.

Vor zehn Jahren hatte sich bei mir beim Schule geben eine gewisse Demotivation eingeschlichen. Ich kann nicht mehr genau sagen warum. Auf jeden Fall machte ich mich auf die Suche nach Alternativen. Per Werbung wurde ich auf den Beruf des Zugverkehrsleiters aufmerksam und so meldete ich mich für eine Infoveranstaltung an. Nach dieser Infostunde war ich Feuer und Flamme und kam ganz begeistert nach Hause. Nach einem Austausch mit meiner Angetrauten zeigte sich leider rasch, dass dieser Anschluss ausserhalb meiner Reichweite lag. Sozusagen das Gleis 49 aller Alternativen. Svea war damals gerade ein Jahr alt und der Lohn hätte bei 100% Beschäftigung, hmm sagen wir mal sehr knapp gereicht. So fuhr dieser Zug vorerst ohne mich ab und ich suchte dafür nach neuen Herausforderungen im Schulbereich. Die ich schlussendlich mit der Arbeit als Förderlehrer, dem späteren Stellenwechsel nach Solothurn und dem CAS auch gefunden habe. Trotzdem schaute ich zwischendurch, wenn ich in Olten an der Betriebszentrale Mitte vorbeifuhr, wehmütig hinauf zum hell erleuchteten obersten Stock. Irgendwann verschwand die Idee im Schrank meiner vielen Ideen (z.B. Leuchtturmwärter, Barkeeper in einem irischen Pub oder Football Coach) und schlummerte da zehn Jahre vor sich hin.

Prellbock Teil 1

Dinge aus meinem alten Beruf die ich höchstwahrscheinlich nie mehr machen werde Teil 1: An Teamsitzungen 30 Minuten über den Hotdogpreis beim Schulfest unter Berücksichtigung der aktuellen Inflationsrate diskutieren / Mit blutenden und andersweitig verletzten  Kindern auf den Notfall rasen / Altglas heimlich aus dem Schulhaus zur Entsorgung schmuggeln / Schwangerschaftsberatung für eine in Tränen aufgelöste 16-Jährige am Freitagmorgen um halb acht im Schulhauskorridor / Versch***ene (im wörtlichen Sinne) Schlafsäcke reinigen / Am Freitagabend im Pub in Zürich um 22:00 Nachrichten von einer besorgten Mutter bezüglich der Französisch Prüfung erhalten / Sich anschliessend unglaublich beherrschen nach drei Guinness nicht zurückzuschreiben / Jugendliche auf der Abschlussreise um Mitternacht in der Innenstadt von Luzern zusammensuchen

Aber auch: Keine beste Baklava ever mehr von Mouhammad erhalten

Puffer

Der Name des Blogs leitet sich aus einem Bestandteil einer Weiche ab (technische Details dazu findet ihr unter Lokifahrer). Es ist der Teil einer Weiche, wo die Schienen sich kreuzen und der bisherige Verlauf in eine neue Richtung geht. Ich fand diesen Namen absolut passend, da er auch den Übergang in meinem neuen Lebensabschnitt sehr schön illustriert.

Geschätzte Leserinnen und Leser

Herzlich willkommen auf meinem neuen Blog Weichenherz! Auf diesen Seiten möchte ich euch von meinem Werdegang und der Ausbildung zum Zugverkehrsleiter bei der SBB nach 22 Jahren Schuldienst erzählen. Es freut mich ausserordentlich, dass ihr mitlest und wenn ihr Lust habt dürft ihr auch gerne einen Kommentar schreiben.

Wie kam ich auf diese Idee? Da ich immer gerne geschrieben habe (Haustausche der Wendels), sei es Abschlussreden oder Laudationen für Schulprojekte finde ich es schade, dass ich meine sprachlichen Skills in Zukunft nur noch begrenzt werde benutzen können. So war die Idee dieses Blogs geboren. Viele haben mit mir mitgefiebert (oder tun es immer noch) und die Daumen gedrückt für diesen neuen Lebensabschnitt, und mit diesem Blog kann ich euch alle auf dem Laufenden halten, wenigstens virtuell. Schlussendlich wird es auch für mich spannend sein, diese Zeilen retrospektiv zu lesen und diese ausserordentliche Phase in meinem Leben einmal Revue passieren zu lassen. Entschuldigt schon im Voraus die Rechtschreibefehler, ich werde die Texte nur bedingt redaktionell bearbeiten und versuche die Wörter einfach fliessen zu lassen. An dieser Stelle sein ein Geheimnis verraten: Ich habe nie die neue Rechtschreibung gelernt, und werde es höchstwahrscheinlich auch nicht mehr tun (Warum auch, es hat für eine Diplom- und CAS-Arbeit gereicht). Drückt also ein Auge zu. Ach ja, gendergerecht geschrieben ist es so +/- . Alle tollen Header-Fotos sind von Chrookie (aka Noël) geschossen, für die Technik zeichnet sich thebigant (aka Roman) verantwortlich, herzlichen Dank dafür!

Auf dem Blog werdet ihr in Zukunft Beiträge zu verschiedenen Kategorien finden (ebenfalls via category auffindbar):

Fahrbereitschaft: Der Weg zum Beruf Zugverkehrsleiter

Fahrtenbuch: Meine Erlebnisse während der Ausbildung und im Beruf

Puffer: Interessantes aus der Welt der Eisenbahn

Prellbock: Dinge aus meinem alten Lehrerberuf die ich höchstwahrscheinlich nie mehr machen werde (eventuell dezent dramatisiert)

Ich werde versuchen, mindestens alle zwei Wochen etwas zu schreiben oder zu posten. Ich bin sehr gespannt auf diese Reise und freue mich jetzt schon, wenn ihr in meinem Abteil Platz nimmt und ein Stück der Strecke mit mir fährt.