{"id":111,"date":"2022-10-15T20:51:20","date_gmt":"2022-10-15T18:51:20","guid":{"rendered":"https:\/\/weichenherz.ch\/blog\/?p=111"},"modified":"2022-10-15T20:53:29","modified_gmt":"2022-10-15T18:53:29","slug":"fahrbereitschaft-teil-3-der-laengste-tag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/weichenherz.ch\/blog\/2022\/10\/15\/fahrbereitschaft-teil-3-der-laengste-tag\/","title":{"rendered":"Fahrbereitschaft Teil 3: Der l\u00e4ngste Tag"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn ich etwas in den vergangenen Jahren nahezu perfektioniert habe, waren das Bewerbungen. An \u00fcber zehn verschiedenen Orten habe ich seit meiner Patentfeier gearbeitet. Solothurn oder besser gesagt dem Team des Kollegium-Schulhauses muss ich ein besonderes Kr\u00e4nzchen winden, denn bei euch habe ich es fast sieben Jahre ausgehalten, das will was heissen! Aber <a href=\"https:\/\/music.youtube.com\/search?q=all+good+things+nelly+furtado\">all good things come to an end<\/a> sang schon Nelly, und so konnten auch die Avengers (Zitat NH) von der Goldgasse den Zug nicht mehr aufhalten. So schickte ich im April 21 meine Bewerbung ab und das mehrere Monate dauernde Verfahren nahm seinen Lauf. Ein erster R\u00fcckschlag war der seltsame K\u00fcndigungstermin des Kantons Solothurn auf Ende April, so musste ich das Ganze verschieben. Dank der Flexibilit\u00e4t der Bahn konnte ich mich schlussendlich auf den Februar 22 bewerben, mit sp\u00e4terem Start im Oktober. Nach drei online Bewerbungsgespr\u00e4chen via Teams, was ehrlich gesagt eine sehr schr\u00e4ge Erfahrung war stand der Eignungstest an, und es sollte wirklich (abgesehen von den Geburten unserer Kinder) der l\u00e4ngste Tag werden. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach einer sehr kurzen Nacht (mir war regelrecht \u00fcbel vor Anspannung) machte ich mich auf den Weg nach Bern zum medizinischen Eignungstest. Eine nette Assistentin nahm mich in Empfang und f\u00fchrte verschiedene Tests durch. Beim EKG sagte sie: Der Puls ist ein bisschen hoch, aber k\u00f6nnte es sein das sie ein wenig nerv\u00f6s sind? &#8211; Ein bisschen vielleicht erwiderte ich darauf. Wir mussten beide lachen und das trug ziemlich zu Entspannung bei. Der Betriebsarzt ging noch ein wenig mehr ins Detail, vor allem die Sehf\u00e4higkeit und die Reflexe wurden getestet. F\u00fcrs Medizinische war alles gut und ob ihrs glaubt oder nicht, aber ich habe immer noch ein Herz wie ein junges Reh.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr den Blutzucker musste ich mich zwingen, etwas zu Mittag zu essen. Dann schlugen die Stunden der Wahrheit im Hauptgeb\u00e4ude beim Wankdorf. Wegen Home-Office war es gespentisch leer, von der netten Empfangsdame wurde ich in den 2. Stock geleitet wo der Testleiter schon auf sein n\u00e4chstes Opfer wartete. Zuerst musste ich ca. 90 Minuten lang Tests zur Intelligenz, Vorstellungsverm\u00f6gen, Mathematik und Sprache l\u00f6sen. Es war zwar anstrengend aber machbar. Dann folgten Ged\u00e4chtnis- und psychoreaktive Tests, und die hatten es in sich. Beim Ged\u00e4chtnistest zum Beispiel musste man sich &#8222;Pfanne Luki Deutschland 15.99&#8220;  merken, davon f\u00fcnfzehn an der Zahl. Ich hatte 8 Minuten Zeit mir ein System einzupr\u00e4gen und ganz am Ende der Tests kamen Fragen dazu. Bei Psychoreaktiven Tests schienen die einzelnen Tests einfach, Termine notieren, Signale merken, was passt nicht usw. Bis alle miteinander kombiniert wurden! ich habe gedacht das wars, das hat nicht gereicht. Ich habe in den zwei Stunden Blut und w\u00f6rtlich Wasser geschwitzt und ging patschnass in die Kaffeepause. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zum Abschluss folgte noch ein st\u00fcndiges Gespr\u00e4ch mit einer Psychologin. Zuerst zeigte sie mir die Testresultate, es war alles im Rahmen ausser der letzte erw\u00e4hnte Test war zwei Punkte \u00fcber dem Soll, somit musste ich mich nur noch auf das Gespr\u00e4ch konzentrieren. Kennt ihr das wenn euer Hirn komplett auf Reset gestellt hat? So wie meinen ehemaligen Sch\u00fclern nach den Sommerferien? Endlich konnte ich ihnen ein wenig nachf\u00fchlen. Ich habe mir den Mund fusselig geredet und schlussendlich hat es gereicht und ich bin offiziell tauglich und zur Ausbildung als ZVL zugelassen. 10 Kilo leichter (also metaphorisch gemeint) machte ich ein abverheites Selfie (daf\u00fcr bin ich offensichtlich zu alt) vor der grossen Bahnhofsuhr. Der l\u00e4ngste Tag war geschafft, aber das Ziel noch nicht erreicht. <\/p>\n<div class=\"remoji_bar\"><div class=\"remoji_add_container\" data-remoji-id=\"111\" data-remoji-type=\"post\"><div class=\"remoji_add_icon\"><\/div><\/div><div class=\"remoji_error_bar\" data-remoji-id=\"111\" data-remoji-type=\"post\" style=\"display: none;\">Error happened.<\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn ich etwas in den vergangenen Jahren nahezu perfektioniert habe, waren das Bewerbungen. An \u00fcber zehn verschiedenen Orten habe ich seit meiner Patentfeier gearbeitet. 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