{"id":311,"date":"2023-01-28T12:41:02","date_gmt":"2023-01-28T11:41:02","guid":{"rendered":"https:\/\/weichenherz.ch\/blog\/?p=311"},"modified":"2023-02-01T15:37:34","modified_gmt":"2023-02-01T14:37:34","slug":"fahrtenbuch-teil-8-simulatortag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/weichenherz.ch\/blog\/2023\/01\/28\/fahrtenbuch-teil-8-simulatortag\/","title":{"rendered":"Fahrtenbuch Teil 8: Simulatortag"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Obwohl wir regelm\u00e4ssig im Sektor arbeiten, sind wir wenns interessant oder spannend wird meist aussen vor. &#8222;Sorry, das muss ich jetzt machen, rutsch r\u00fcber.&#8220; heisst es dann verst\u00e4ndlicherweise. Es muss schnell gehen und dann bleibt keine Zeit f\u00fcr Erkl\u00e4rungen. So wie letzte Woche, als bei der Ausfahrt in Solothurn auf der Aarebr\u00fccke ein Schwan den Zugverkehr lahmlegte. Der Lokf\u00fchrer hat ihn dann mit einer Stange verscheucht (\u00fcbrigens sei das kein Einzellfall sondern tr\u00e4gt die inoffizielle Bezeichnung Schwanensee in Solothurn). Wie k\u00f6nnen wir nun den Ernstfall \u00fcben? Dazu gibt es Simulatortage im LTS (Lern- und Trainingssimulator). Wie so ein Tag abl\u00e4uft m\u00f6chte ich euch gerne n\u00e4her bringen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Datum 24.6.2021 verfolgt jeden ZVLA bis in seine Tr\u00e4ume, das ist der sich immer wiederholende Tag des Simulationsprogramms. In diesen Tr\u00e4umen fahren wir durchs Rheintal, durch die March dem Walensee entlang bis nach Chur, das Gebiet des LTS. Obwohl landschaftlich sehr sch\u00f6n, w\u00fcrde keiner von uns geschenkt in diese Regionen ziehen, zuviel Blut Schweiss und Tr\u00e4nen sind damit verbunden, zumindest metaphorisch. Die Arbeitspl\u00e4tze sind wie in echt, dienen sie auch als Reserve wenn beispielsweise die BZ in Lausanne ausfallen w\u00fcrde. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu Beginn jeder sogenannten Fahrplanrunde bekomme ich einen Abschnitt zugewiesen und habe noch ein paar Minuten Zeit, mich einzurichten. Bald schon klingelt das Telefon und ein fiktiver Lokf\u00fchrer, Sicherheitschef oder Rangierleiter meldet sich und m\u00f6chte etwas von mir oder meldet eine St\u00f6rung. Nach vier Monaten muss ich nicht mehr panisch nach dem passenden Bahnhof suchen und auch der laufende Fahrplan wirkt nicht mehr so bedrohlich. Die Versuchung ist jeweils gross, sofort zu reagieren und die Aufgabe m\u00f6glichst schnell abzuhandeln, schnell geht dabei eine Sicherung oder ein Checklistenpunkt vergessen. Vom Ausbilder wird alles peinlich genau dokumentiert, sich rausmogeln geht nicht. Also zuerst einmal durchschnaufen, wir haben oft ein wenig mehr Zeit als in der Realit\u00e4t. Meist lohnt es sich, zwei mal zu \u00fcberlegen, weil es manchmal auch eine einfachere L\u00f6sung gegeben h\u00e4tte. Stressig wird es, wenn etwas nicht funktioniert, ich einen schweren Fehler produziere oder mich verhasple. Die Z\u00fcge stauen sich, die Versp\u00e4tungen greifen auf die Bereiche meiner Kollegen*innen \u00fcber und in all dem Durcheinander \u00fcbersehe ich die offensichtlichsten Angaben oder Hinweise. Schnell sehe ich eine Welle nach der anderen auf mich zukommen und die n\u00e4chsten Fehler sind die Folge. Wenn es gut l\u00e4uft ist es daf\u00fcr ein sehr sch\u00f6nes Gef\u00fchl, wie fr\u00fcher als man Marienk\u00e4fer &#8211; Kleberli f\u00fcr eine gute Hausaufgabe bekommen hat. Doch manchmal tr\u00fcgt der Schein. In der anschliessenden Besprechung in der Kleingruppe werden alle F\u00e4lle bis ins Detail seziert und ausgewertet. Hier geht es nicht um das \u00f6ffentliche Blossstellen, sondern das wir aus Fehlern lernen k\u00f6nnen. Die Ausbilder*innen sind sehr direkt und ehrlich, nichts wird sch\u00f6ngeredet oder zurechtgebogen. Manchmal suchen sie mir zufest nach dem Haar in der Suppe (es gibt immer eines), aber meistens sind wir motiviert, es das n\u00e4chste Mal besser zu machen. Danach folgt die pers\u00f6nliche Reflexion und Dokumentation. Nach 4-5 Fahrplanrunden bin ich jeweils fix und foxi und bin froh, dass ich nach der Pr\u00fcfung nie mehr das Rheintal bedienen muss. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"770\" src=\"https:\/\/weichenherz.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/image-1024x770.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-315\" srcset=\"https:\/\/weichenherz.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/image-1024x770.png 1024w, https:\/\/weichenherz.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/image-300x226.png 300w, https:\/\/weichenherz.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/image-768x578.png 768w, https:\/\/weichenherz.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/image-399x300.png 399w, https:\/\/weichenherz.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/image.png 1110w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Ein Auszug meiner Dokmentation, meistens mit Tendenz zum Besseren<\/figcaption><\/figure>\n<div class=\"remoji_bar\"><div class=\"remoji_add_container\" data-remoji-id=\"311\" data-remoji-type=\"post\"><div class=\"remoji_add_icon\"><\/div><\/div><div class=\"remoji_error_bar\" data-remoji-id=\"311\" data-remoji-type=\"post\" style=\"display: none;\">Error happened.<\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Obwohl wir regelm\u00e4ssig im Sektor arbeiten, sind wir wenns interessant oder spannend wird meist aussen vor. &#8222;Sorry, das muss ich jetzt machen, rutsch r\u00fcber.&#8220; heisst es dann verst\u00e4ndlicherweise. 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