
Mit diesem Befehl wird im Stellwerk eine Funktion angewendet, bei der das Stellwerk eigentlich nicht einverstanden ist, weil sie dem normalen Betrieb zuwider läuft. Keine Angst, es wird nicht technisch sondern in diesem Beitrag soll es darum gehen, womit ich trotz aller Faszination und Begeisterung nicht immer glücklich bin.
1. Die Gestaltung des Unterrichts: Hier ist mein langjährig geschultes methodisches Auge nicht immer hilfreich. Leider werden in unserem Unterricht mit zwölf Schülern und meistens zwei Lehrern die paradisischen Verhältnisse nicht immer optimal ausgenutzt. Gruppenarbeiten sind an sich schon kritisch, wenn wir aber in einer Gruppe ein komplett neues Thema zum ersten Mal anschauen macht das wenig Sinn. Wie sollen wir wissen ob es richtig ist? Auch habe ich nett formuliert Fragezeichen wenn wir zu zweit am Simulator sitzen statt Halbklassen zu machen. Die meisten Instruktoren sind zwar sehr nett und fachlich sehr kompetent, aber oft auf den letzten Drücker vorbereitet. Schwellenplanung (der Lehrer überlegt sich was er heute macht wenn er über die Schwelle des Klassenzimmers schreitet) war auch für mich kein Fremdwort aber während dem Powerpoint-Folienwechsel den Inhalt aufzuarbeiten, das ist schon next Level. Gleichzeitig wird fast immer betont, wie knapp die Zeit ist und wieviel Stoff wir bearbeiten müssen. kritisch>
2. Die Arbeit im Sektor: Wie schon erwähnt sind die Intruktoren unterschiedlich motiviert uns zu instruieren, ob wohl sie vertraglich dazu verpflichtet wären. Es würde aber wenig bringen, vor allem bei alteingesessenen Bähnlern, darauf zu pochen, weil a) bin ich ein grünschnabel und b) ich nachher noch Jahre mit ihnen zusammenarbeiten muss. Es gibt immer einen Unterschied zwischen Praxis und Theorie, aber die Vorschriften werden teilweise schon sehr kreativ interpretiert. Ich habe vom Ausbilder den wertvollen Tipp bekommen, mich einfach selber zu organisieren und so habe ich statt im Sektor zu arbeiten mein Zeugs gepackt und bin lernen gegangen. Natürlich wird das Verhalten der unwilligen Instruktoren damit noch belohnt, aber ich muss sie zum Glück nicht mehr erziehen. Trotzdem kritisch>
3. Die digitale Organisation: Grundsätzlich ist es ja sehr zu begrüssen, dass alles digital ist. Grüsse gehen raus an die Stadtschulen Solothurn, die Onenote schon seit vier Jahren eingeführt haben. Ich bin sehr froh, dass ich dieses Programm schon kenne und nun für mein Lernjournal optimal nutzen kann. Keine Ordner und kein Papier rumtragen ist schon sehr praktisch. Leider sind wir einer der ersten Jahrgänge die so arbeiten, dementsprechend muss alles in verschiedenen Ordner zusammengesucht werden. Es gibt zwar einen Abschnitt Hausaufgaben, die können aber auch in den einzelnen Modulen versteckt sein und man entdeckt sie erst, wenn es schon zu spät ist. kritisch>
4. Die schöne Verpackung oder Rebeka lässt grüssen: Wie Josef Hader treffend formuliert hat, vieles sieht im Prospekt immer schöner aus, die Akropolis, die Mona Lisa und das Leben im allgemeinen. So ist es auch mit der ZVL Ausbildung. Es ist strenger, aufwändiger und emotional eine grössere Herausforderunn als ich zuerst angenommen habe. Meine Freizeit schmilzt wie ein Schneemann im Frühling (was sicher auch den Umständen geschuldet ist das ich nicht mehr Teilzeit arbeite, aber nicht nur) und am Abend fallen mir die Augen zu beim Serie schauen. Das ist mir vorher nie passiert. Den passenden Rythmus habe ich noch nicht gefunden. Übrigens hat Rebeka tatsächlich in der BZ Mitte gearbeitet, sie hat aber schon seit ein paar Jahren einen neuen Job ausserhalb der SBB. >kritisch
Trotz aller Challenges, wisst ihr, welcher Befehl meistens auf kritisch> folgt? BAR.
Das ist doch eine Perspektive!

