Fahrtenbuch Teil 4: Die Lieblingsfrage

„Bereust du es schon?“ Spätestens als Zweites wird mir diese Frage gestellt. Meine Antwort darauf ist immer noch: „Nein.“ Aber ganz so einfach ist es dann doch nicht. Grundsätzlich möchte ich im Moment wirklich nichts anderes machen, aber die Herausforderung ist doch grösser als ich zuerst angenommen habe. „Tut dir ja gut, dann kommst du ein wenig aus deiner Komfortzone!“ Ein wenig ist gut.. Vor jedem Sektortag (wenn ich jeweils mit einem Instruktor „richtig“ zusammen arbeite) fühle ich mich wie vor einem Bewerbungsgespräch. Meistens ist es eine neue Person die mich instruiert, und sie sind (nett ausgedrückt) unterschiedlich motiviert dir etwas beizubringen. Das geht von „Willkommen im Sektor Mittelland, cool bist du da!“ bis „Was willst du jetzt auch noch hier? Für dich habe ich jetzt gar keine Zeit!“ Wie ihr seht ist die Kommunikation meistens ziemlich straight forward, was in diesem Beruf ja auch Sinn macht. Für mich ist es ein ziemliches Umgewöhnen nach zwanzig Jahren pädagogisch politisch korrekt verpackten Konversationen (die übrigens genau so unter die Gürtellinie zielen können, aber einfach viel netter klingen). Aber trotz allem werde ich in kleinen Schritten immer sicherer, auch wenn es immer noch so viele Details gibt, an die man denken muss. Immer top konzentriert sein und auch wenn es hektisch wird den Überblick behalten, das ist eine rechte Challenge. Langsam dämmert es mir, warum ich am Schnuppertag nur mit einem Lehrling im Simulator war und nicht zur Rushhour im Sektor Mittelland. Ich hoffe jedenfalls, das ich in diese Aufgabe hineinwachse. Trotz allem versuche ich, es zwischendurch auch zu geniessen und mir nicht zuviel Druck zu machen. Selbst wenn es am Schluss nicht klappen sollte, waren es zumindest spannende acht Monate, die ich nicht bereut habe.

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