Fahrtenbuch 22: Griechisch lernen

Die wenigsten von uns mögen sich noch daran erinnern, wie schwierig es war, die deutsche Sprache und unser Alphabet zu erlernen. Meine Frau könnte darüber genauer Auskunft geben, wieviel mühsame Kleinarbeit das benötigt, das jemandem beizubringen. Nun stellt euch vor, ihr müsst es nochmals von Grund auf lernen. Nach einem Jahr habt ihr es einigermassen im Griff, kennt die wichtigsten Regeln, die Buchstaben und könnt euch angemessen verständigen. Gerade als es anfängt auch Spass zu machen, kommt die Lehrperson und sagt: So, ab heute lernen wir Griechisch.

Ähnlich ging es mir seit Anfangs Mai, meine Instruktion für den Bahnhof Olten (Knoten) hat begonnen. Die Basics des Stellwerkes sind mehrheitlich diesselben, und die Prozesse und Vorschriften auch. Es gibt ein paar Besonderheiten, da das Stellwerk Olten aus dem Jahr 1967 ist, aber α β γ alpha beta gamma kenne ich schon. Der Zugverkehr und die dutzenden von möglichen Fahrwegen waren dann aber ζ η θ (wer kennt die Buchstaben ohne zu spicken?) Zuerst musste ich auch mal verarbeiten, dass ich (fast) wieder von Vorne beginnen muss. Das braucht viel Energie und Konzentration, zurücklehnen gibt es selten. Es kommen dauernd Züge von vier Seiten, und alle müssen über die zwölf Gleise im Bahnhof Olten. Das raubt mir ehrlich gesagt ziemlich Energie, vor allem kratzt es auch ein wenig an meinem Ego, wieder als Anfänger Platz zu nehmen. Aber wenigstens ist Olten vorerst einmal die letzte Herausforderung. Immerhin, es scheint, dass ich meinen Störungsblitz losgeworden bin. αυτό θα είναι μια χαρά.

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