Fahrbereitschaft: Letzter Teil

Da steht sie nun vor mir, die Betriebszentrale-Mitte. Mit mehr als wackligen Beinen mache ich mich auf die letzten Meter, meine Gedanken fahren gerade Achterbahn und für einen kurzen Moment wäre ich sogar wieder umgekehrt. „Ah Dave, dein erster Tag alleine oder? Also in Oensingen hat es…“ So werde ich zur normalen Dienstübergabe begrüsst. Mit zittrigen Händen nehme ich Platz. Beim Anmelden gebe ich mein Passwort 3x falsch ein, so nervös bin ich. „Das kommt schon gut!“ ruft mir Reto, Assistent DBV zu. „Wenn etwas ist, einfach sagen, ich bin da.“ Puh zum Glück ist er da, der Papi vom Mittelland, nichts kann ihn aus der Ruhe bringen.

Was machst du da??- versucht mein Verstand noch einzuwenden. Aber zu spät. So sitze ich nun vor dem GSMR (der graue Telefonkasten) und harre der Dinge, die da kommen werden. Unzählige Male habe ich das schon gemacht, aber nun gilt es ernst. Jeden Zug und jedes Zielgleis schaue ich 3x an, passt es wirklich? Ist er nicht zu lang? Sind die Gleise in den Überholbahnhöfen frei? Zu Beginn ist es gleich recht hektisch, aber Reto nimmt mir das eine oder andere ab, mit der Zeit überträgt sich seine Ruhe auch auf meine Nerven und ich werde ein wenig entspannter. „Du könntest noch 100 Instruktionen haben, irgendwann musst du anfangen“, sagte mir die vordere Woche ein erfahrener FDL. „Weisst du Papi, wenn sie denken du könntest das nicht, würden sie dich sicher nicht alleine arbeiten lassen“, hat mich Noël am Abend vorher aufgemuntert. Recht haben sie beide. Ich muss es nur noch selber anfangen zu glauben. Der weitere Nachmittag bleibt recht ruhig und ausser zwei verspäteten Güterzügen und einer falsch gestellten Rangierfahrstrasse (die vom Rangierleiter zum Glück rechtzeitig bemerkt wird) gehen die Stunden relativ ereignislos über die Bühne.

Fixfertig aber auch ein wenig zufrieden mache ich mich nach 8.5 Stunden voller Konzentration auf den Heimweg. An diesem Abend war ich nach Svea der Nächste, der eingeschlafen ist.

Fahrtenbuch 14: Geschichten aus der Instruktion

Momentan läuft meine Instruktion an den drei Arbeitsplätzen Önz (Oberaargau), Gäu (Wangen bei Olten bis Wangen an der Aare) und Weissenstein (Solothurn). Je nach Instruktor*in und ihr Vertrauen in mich kann ich schon recht selbständig arbeiten. Hierbei wechseln sich Angst, Stress aber auch Spass und Freude regelmässig ab. Am 5. Juli habe ich dann meinen ersten Arbeitstag alleine, ich versuche noch nicht zufest daran zu denken, mein Herz ist auch nicht mehr das Jüngste. Zwischendurch gibt es auch spezielle Erlebnisse, davon möchte ich gerne drei mit euch teilen.

Der Döner Express

Aus dem Nichts verlangt ein Lf einer Rangierlok eine Fahrstrasse von Langenthal Güterbahnhof in den Personenbahnhof. Seltsam denke ich, in der nächsten Stunde fährt kein Güterzug ab und sie haben gefragt, ob sie die Lok ca. 20 min dort stehen lassen dürfen. Meine Instruktorin Petra und ich schauen uns fragend an, aber was solls, sie werden wissen was sie tun. Als sie zurückfahren meint Petra: Die haben sich sicher ein Glacé geholt. Nicht schlecht geraten, wie sich nach einem kurzen Anruf herausstellt. Sie haben sich einen Döner gegönnt und Petra wünscht ihnen än Guete. Mal ehrlich, gibt es einen „fancier“ Weg, einmal extra scharf mit Allem abzuholen?

Gestresster Lokführer in Solothurn

Rangieren in Solothurn hat seine Tücken, tricky wird es wenn sie einmal quer über alle Gleise nach Luterbach in die Kebag fahren müssen. Das Timing hier ist sehr wichtig, wollen wir doch keinen IC5 oder einen Regionalzug unnötig ausbremsen. Wenn sie dann im Güterbahnhof warten müssen, besteht die Gefahr das sie Vergessen gehen, genau das ist mir aus Versehen passiert. Schon klingelt das Telefon und ein sehr gestresster Lokführer (der originale Wortlaut wird hier aus Jugendschutzgründen nicht protokolliert) meldet sich und droht damit, die Lok stehen zu lassen wenn es nicht weiterginge. Dezent irritiert lege ich den Hörer auf. Meine Kollegin Fabia am Arbeitsplatz daneben beruhigt mich. Manchmal sei man halt der Boxsack und das dürfe man sich nicht zu Herzen nehmen. Sie gebe ihnen jeweils gerade noch ihre Personalnummer durch, falls sie sich beschweren wollen. Paradoxe Intervention einmal anders.

Teamwork mit einem Lf in Hägendorf

Das Problem am Gäu ist, das wir oft zuwenig Gleise haben. Darum ist es wichtig (das bin ich noch am Lernen) immer die nächsten 30 Minuten im Blick zu haben. Was fährt wo ein? Sind die Gleise frei? Soeben hatte ich mir einen schönen Plan zurecht gelegt und wollte gerade einen Kaffee holen, bing, plötzlich ist von Olten her ein Güterzug mit Ziel Oberbuchsiten unterwegs. Wo kommt der jetzt her? An seinem Zielort hat es keinen Platz. Mein „Kollege“ hat vergessen mich zu fragen und jetzt heisst es schnell handeln. Signal zumachen und überlegen, wohin mit diesem Zug. Zum Glück ist es nur eine Lok und ich rufe ihn an und erkläre ihm die Lage. Er ist sehr verständnisvoll und bietet mir an, im Bahnhof auf ein Nebengleis abzukreuzen und dort zu warten. Wahres Teamwork.

Prellbock Teil 6:

Dinge aus meinem alten Beruf die ich fast so etwas wie nie wieder tun werde Teil 6:

An Teamsitzungen über den Namen des Feierabendapéros diskutieren / SchülerInnen während einer schlechten Theatervorstellung versuchen ruhig zu halten / der Versuchung widerstehen, schon in der 10i Pause Berliner Luft zu trinken / Papierstaus im Kopierer fünf Minuten vor Unterrichtsbeginn entfernen / Während Weiterbildungen zum Thema „praxisnahe Reflexion im Lichte mulitdiszplinären Unterrichts“ nicht vom Stuhl fallen / Pausenaufsicht / Arbeiten ausdenken für SchülerInnen die im Werken nach 4 Lektionen statt 4 Wochen fertig sind / mit unmotivierten Teenies Altpapier sammeln / wandern / runde Tische / runde Tische ohne Apéro / Berichte schreiben / Berichte schreiben ohne Apéro

Aber auch: Nie mehr von weinenden Teenies am letzten Schultag geknuddelt (mit angemessener Distanz natürlich) werden

Geschafft!

Am Dienstag 23.5. um 12:21 war es amtlich: Ich bin offiziell Fahrdienstleiter bei den SBB! Danke an alle die mitgefiebert, Daumen gedrückt und gehofft haben! In solchen Momenten fällt es mir schwer, mein Innenleben in Worte zu fassen. Darum lasse ich am besten jemand anderen für mich sprechen, meine Lieblingssängerin Laura Brehm. Play drücken, geniessen und mitlesen.

Laura Brehm: Don’t wait

There you are again in your car
Going faster trying to figure out
The mess in your heart lately
You wonder where you are
Where you’re going it’s too far
You’ve lost yourself and you’re so lonely

Once again you’re picking the pieces up that someone else left
Once again you feel you can’t move until you’ve made sense of it
And deep down you know that you’d be alright if you just let go
Time to let the wind carry you where it’s calling you to go

Now the lights in your heart is radiating
With this love the empty road is all inviting
You will follow it now without questioning at all
You don’t have to wait

Seems there is nothing to say
Wild thoughts are clouding your head
But you can hold onto your day dreams

And you make them appear out of thin air, can you explain that?
There is so much more than the surface that we will get caught up in
And deep down you know you can do your best, you just need to live
And the story has not come to an end, it now begins

Now the lights in your heart is radiating
With this love the empty road is all inviting
You will follow it now without questioning at all
You don’t have to wait

Don’t let life be waiting at a standstill
You cannot afford to let the dark control you
Don’t let hope fade faster than you mean to
There is always a way to a place you haven’t seen yet

And you made it appear out of thin air, can you explain that?
Funny, you feel you can move on without making sense of it

Now the lights in your heart is radiating
With this love the empty road is all inviting
You will follow it now without questioning at all
You don’t have to wait

You don’t have to wait

(by musixmatch)

Fahrtenbuch Teil 13:

Dieses Meme aus South Park bringt meine momentane Stimmungslage sehr treffend auf den Punkt. Die letzten zwei Monate der Ausbildung hatten es echt in sich, es blieb kaum Zeit zum Verschnaufen. Simulatorrunde folgte auf Simulatorrunde, wöhrend der Repetitionswoche haben wir die wichtigsten Themen nochmals im Schnellzug durchgenommen. Mein älteres Hirni benötigte dazu ein wenig mehr Zeit als bei anderen und so wurden die Tage lange und intensiv. Nach der Standortbestimmung folgte ein Monat später die Theorieprüfung. Stolz verkündete mein Quizlet „Sie haben eine 3-Wöchige Lernserie erreicht“. Am Tag vor der Prüfung verzeichnete mein Quizlet zum Normalbetrieb 25 Zugriffe. Es hat mich natürlich gefreut, dass meine Kollegen*innen die selbst erstellten Quizlets auch benutzen, lieber spät als nie.

Am Abend der bestandenen Theorieprüfung kam bereits das Mail für die Rolleninstruktion im Sektor Mittelland. Nach hoffentlich bestandener praktischen Prüfung werde ich an den drei Arbeitsplätzen Weissenstein, Gäu und Önz instruiert. Während dieser vier-wöchigen Instruktionsphase muss ich mir möglichst viele Eigenheiten dieser Abschnitte einprägen, die ich noch nicht weiss. Natürlich gibt es auch darüber wieder einen Test, genannt „Zielcheck“. Aber ich lasse mich nicht mehr von solchen Phrasen täuschen. Die Standortbestimmung hat sich eher wie eine Prüfung angefühlt, ich falle nicht nochmal drauf herein. Wenn ich diese Hürde auch gemeistert habe gilt es anschliessend ernst, ich werde alleine arbeiten. Natürlich mit Unterstützung von rechts und links, hoffe ich zumindest. Wenn ich daran denke wird mir jetzt schon schwindelig. Vielleicht sollte ich wirklich ernsthaft in Betracht ziehen, mit meditieren zu beginnen.

Trotz allem macht es mir immer noch Spass und besonders gegen das Ende zu heisst es Augen zu und durch. Am Bahnhof in Bern habe ich dazu einen passenden Spruch gefunden: The only easy day was yesterday.

Gastbeitrag von Anouk: Die Deutsche Bahn, meine Liebe

„In wenigen Minuten erreichen wir Hannover Hauptbahnhof, mit einer Verspätung von 30 Minuten, wir entschuldigen uns für die Verzögerung und bedanken uns für ihre Reise mit der Deutschen Bahn…“

So klang es bei meinem ersten DB Abenteuer, die genaue Verspätung weiss ich nicht mehr, aber 30 Minuten waren es bestimmt. Neben den vielen Verspätungen haben sich viele Abenteuer angesammelt, die nun zu diesem Gastbeitrag geführt haben. Der Text ist aber keinesfalls als Kritik zu verstehen, ich geniesse die Zeit mit der DB sehr, die Züge sind meist sauber und bequem. Vielleicht gerade deswegen sorgt sie sich um mich, dass ich noch etwas länger im ICE sitzen bleiben kann. Hier nun drei anekdotische Geschichten aus meiner langjährigen Beziehung mit der Deutschen Bahn.

Romantische Nacht?

Vor meiner ersten Fahrt mit dem Nachtzug hatte ich eine sehr romantische Vorstellung, wie es halt so ist beim ersten Mal. Eine schöne Mitternachtsdusche während ich mit 200 km/h durch die Landschaft rase und die Lichter an mir vorbeiziehen. Dafür hätte ich von Wien nach Hannover laufendes Wasser gebraucht und einen fahrenden Zug. Vor dem Morgenessen bin ich in Kassel auf einen Anschlusszug umgestiegen und fuhr im Veloabteil auf meinem Koffer weiter. Romantik sieht anders aus. Schade eigentlich…

Die Dreiecksbeziehung

Man fährt ja bekanntlich nicht alleine Zug und so war ich dazu gezwungen meine Liebe, die DB zu teilen. Mit Leuten die Käsescheiben und Shrimps roh essen, die sich in einem leeren Zug genau auf mein reservierten Platz setzen oder ganz nebenbei die Zugtoilette in Brand stecken. Ja ich weiss auch nicht wie… Doch es hatte genauso nette Menschen, die sich an meinem Dialekt erfreuten,mein schweres Gepäck auf die Ablage packten oder mir bestätigten das ich im richtigen Teil war (zweigeteilte Züge sind gefährlicher als man denkt). Denn irgendwie sind wir ja auch alle einfach froh wenn der Zug fährt. Ausser der Typ, der die Toilette angezündet hat offensichtlich nicht.

Lieblingstädte

Meine Lieblingstädte sind euch sicherlich bekannt, doch wusstet dir, dass mein ICE auch eine Lieblingsstadt hat? Freiburg im Breisgau heisst sie, er liebt sie so sehr, dass er immer mal wieder einfach dort stehen bleibt und nicht mehr weiter fahren will. Er hatte Freiburg aber auch einmal mit Karlsruhe betrogen, das war der Tag meiner legendären Dreiländerreise während Corona. Ja ihr habt richtig gelesen, ich bin während der Hochphase von Covid-19 an einem Tag durch drei Länder gefahren. Wieso? Weil ich beim Raussuchen einer alternativen Verbindung nicht gemerkt habe, dass Straßburg ja in Frankreich und nicht in Deutschland liegt. Ohne Formulare und Zertifikate habe ich drei Landesgrenzen überquert. Irgendwie hab ich den Wechsel nicht mitbekommen. Aber ich war ja auch mit Zugfahren beschäftigt.

Das sind nur drei kleine Anekdoten aus meiner DB Zeit und ihnen werden sicherlich noch viele folgen. Trotz allem bin ich der Deutschen Bahn sehr dankbar. Schliesslich führ ich dank ihr  nun schon seit sechs Jahre erfolgreich eine Fernbeziehung. Sie mag zwar nicht immer Pünktlich sein, doch sie hat mich noch immer an mein Ziel gebrachtund was sind da schon ein paar Minuten ausser die Abenteuer die es zu erzählen gibt?

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Fahrtenbuch Teil 12: Ironie ist…

… die humorvollste Art der Selbstkritik (Sinan Gölül). Das durfte ich während der Zwischen-prüfung 3 persönlich erfahren. In unserer Ausbildung trägt sie den Namen Standort-bestimmung, Wer jetzt an eine Zeugnisbesprechung Ende des Schuljahres in der Oberstufe denkt, könnte nicht falscher liegen. Hinter dem klingenden Namen verbirgt sich ein Theorietest (einmal mit Allem und extra scharf) und eine 1.5h dauernde Fahrplanrunde am Simulator mit Experten. Bei Nichtbestehen fliegt man zum Glück nicht gerade raus, aber sie ist das wichtigste Element für das Gespräch in zwei Wochen mit Klassenverantwortlichen und Ausbildern. An diesem Gespräch wird entschieden, ob ich zur Abschlussprüfung zugelassen werde oder sie mir nahelegen, den nächsten Zug zu nehmen, Lyss einfach.

Da die letzten Fahrplanrunden doch immer wie besser liefen, war ich eingermassen zuversichtlich für die praktische Prüfung, entschuldigung Standortbestimmung. Die Runde war mit einem Ausbilder, der quasi ein Drechbuch inklusive aller Rollen durchspielte. Der Fahrdienstexperte (kurz FEX genannt) sass an einem separaten Terminal und protokollierte und bewertete jeden meiner Schritte. Parallel lief das elektronische Protokoll des Stellwerks auf dem jeder meiner Klicks aufgezeichnet wurde. Einmal mehr wäre ich vor Nervosität fast gestorben (aber das muss ich wohl nicht mehr extra erwähnen), nach bangem Warten ging es endlich los, und wie. Ein Anruf nach dem anderen, das Schwierige war rechtzeitig das Richtige zu tun. Unerbittlich tickte der Fahrplan und liess kaum Zeit zum Verschnaufen. Ein paar Dinge hätte ich eleganter machen können, aber bis 1h und 15 min hatte ich den Eindruck, dass ich es recht gut gemeistert habe. Ich musste rangieren, Gleise sperren, Fahrleitung sichern, eine liegengebliebene Lok abholen und eine Blockstörung beheben. Zum Schluss kam genau dieses Beispiel, dass ich im letzten Beitrag beschrieben habe. „Das spiele ich nun souverän runter, dann habe ich es geschafft“, sagte ich ich mir. Und das tat ich auch, bis zum allerletzten Befehl (siehe Punkt 9). Für die Schutzgeschwindigkeit auf der 2. letzten Zeile schrieb ich den falschen Signalnamen auf, ich habe nich bemerkt, dass der Zug aus einem anderen Gleis als der vorherige losfuhr. Ein schwerer Sicherheitsfehler. Durchgefallen. Wenn mir dieser Fehler nicht passiert wäre, hätte ich eine 4.5 bis 5 geschafft. Die Ironie der Sache ist (abgesehen von Blogbeitrag), dass ich mir den Signalnamen hätte sparen können. Der Bahnhofsnamen hätte genügt.

Fahrtenbuch Teil 11: Der Teufel steckt im Detail

In anbetracht der anstehenden Prüfungen möchte ich euch anhand eines Beispiels aufzeigen, warum der Teufel bei uns oft im Detail steckt und was alles beachtet werden muss. Eine solche Aufgabe könnte nächste Woche im praktischen Teil vorkommen. Ihr könnt euch beim Lesen überlegen, welche Teilschritte sicherheitsrelevant sind und ergo bei einer Fehlbedienung oder Unterlassung als schwerer Fehler bewertet (sprich durchgefallen) werden würde.

Aufgabe: Lf von Zug 60723 meldet nach der Einfahrt Solothurn von Oltern her kommend einen Schlag von den Gleisen auf sein Fahrzeug, ca. bei Kilometer 71.8 oder 71.9. Er hat es nicht mehr genau gesehen. Das Gleis sei aber noch fahrbahr.

Stellwerk Solothurn

①Erstsicherung (Sperre) auf Streckengleis 312

②Ausfüllen der Ereignischeckliste ECL

③a) Anhand des Sicherheitsanlagenplans (SA) überprüfen, ob seine Angaben korrekt sind

Wie ihr seht war die Angabe des Lf korrekt, aber nicht sehr exakt

③b) Disponent Bahnverkehr (Chef im Sektor) informieren und die Bahntechnik anweisen, den Schaden zu kontrollieren und allenfalls zu reparieren

④Sichern des gestörten Abschnittes indem der automatische Signalbetrieb ausgeschaltet wird, Text auf das Gleis „Befehle abgeben“ einfügen

⑤Zulaufsicherungen grossräumig einschalten, so dass von Luterbach möglichst kein Zug mehr in diesen Bereich einfährt

⑥Züge umleiten, Einspurbetrieb einrichten zwischen Luterbach und Solothurn

⑦Leider hat es für den nächsten Zug 513 nicht mehr gereicht ihn umzuleiten, d.h. ich muss ihm ein Sammelformular Befehl abgeben, damit er seine Geschwindigkeit in diesem Bereich reduziert

⑧Vor der Abgabe überprüfe ich nochmals den Verlauf der Kilometer und die Signalnummer

⑨Befehl vorschreiben, jede Angabe (gelb angestrichen) korrekt einsetzen

⑩Für die Abgabe des Befehls an einem geeigneten Ort Stillstand von 513 einholen

⑪Befehl übermitteln, wiederholen lassen, allfällige Versprecher des Lf sofort korrigieren

⑫Nach der Fahrt von 513 nachfragen, ob er etwas bemerkt hat. Ja: Gleis darf nicht mehr befahren werden. Nein: Alle Züge über diesen Abschnitt dürfen nur noch Vmax 40 km/h fahren und müssen dementsprechend mit Befehl (wie oben) informiert werden

⑬Nachdem die Bahntechnik den Abschnitt kontrolliert, repariert und freigegeben hat, kann ich die Sicherungsmassnahmen wieder aufheben

⑭Whatsapps lesen von genervten Familienmitgliedern und Bekannten, die sich über Verspätungen zwischen Olten und Biel beklagen. Ihnen versuchen zu erklären, dass wir alles richtig gemacht haben damit sie sicher nach Hause kommen.

Nun seid ihr dran, schreibt eure Vermutungen in die Kommentare!

ADW Teil 4

Die gesuchten Begriffe der Woche waren: ASAZ und BNOF. Vieln dank einmal mehr für die kreativen Einsendungen, der Sieger der Woche ist: Rangierleiter versteht nicht ANSAZweise was er macht, Gratulation Noël! ADW macht nun bis zum Ende meiner Prüfungen (nächste Woche Zwischenprüfung 3 und am 21.4. Theorie) eine Pause. Der Blog wird je nach Zeit ein Update bekommen, ich kann noch nichts versprechen. Hier noch die Auflösung:

ASAZ: Anzeige betreffend Sicherheitsanlage zuordnen (z.B. wenn eine Weiche ausgebaut wird benötigt das ein spezielles Protokoll und einen Vermerk auf dem Stellwerk)

BNOF: Barriere notöffen

ADW Teil 3

Die gesuchten Begriffe der Woche waren: HIST und IUMG, der Sieger der Woche ist: Hochwasser im Stellwerk, Gratulation Noël! Vielen Dank fürs Mitmachen, ihr seid sehr kreativ. Die Auflösung:

HIST: Hilfssignal beleuchten (wenn das normale Hauptsignal nicht auf Fahrt geht)

IUMG: Isolierumgehung Gleis (ein Override wenn ein Gleis eine falsche Belegung anzeigt)

Die neuen ADW sind: ASAZ & BNOF